Der Gartenlaubkäfer, auch als Johanneskäfer bekannt, verursacht Schäden an den Blättern von Erdbeerpflanzen, Rosen und anderen Zierpflanzen. Wie der Mai und der Junikäfer gehört er zur Familie der Blatthornkäfer. Die größten Schäden richten jedoch seine Larven an, die als Engerlinge bekannt sind. Sie leben im Boden und ernähren sich von den Wurzeln von Pflanzen und Gräsern. Das solltest du möglichst verhindern, denn geschädigte Wurzeln führen zu geschwächten Pflanzen und kahlen Stellen im Rasen.
Was ist ein Gartenlaubkäfer?
Der Gartenlaubkäfer, auch Phyllopertha horticola genannt, ist ein kleiner Käfer von etwa 8 bis 12 Millimetern Länge und vor allem im Mai und Juni aktiv. Er gehört zur Familie der Blatthornkäfer und ist gut an seinen rotbraunen Flügeldecken und seinem glänzenden, grünlich goldenen Kopf zu erkennen. Dadurch lässt er sich leicht vom Maikäfer unterscheiden. Auffällig sind außerdem die langen Haare an seinen Beinen und teilweise auch an den Flügeldecken.
Der Gartenlaubkäfer frisst gerne an Rosenblüten. Außerdem frisst er an Blättern verschiedener Bäume und Sträucher sowie an Früchten. Solange er nur in geringer Zahl vorkommt, hält sich der Schaden meist in Grenzen.
Ausgewachsene Gartenlaubkäfer findest du häufig auf offenen Flächen wie an Waldrändern, auf Heideflächen und in Gärten mit viel Rasen. Im Mai kannst du den sogenannten „Käfertanz“ beobachten. Bei diesem Paarungsritual fliegen die Männchen um die Mittagszeit dicht über dem Rasen und suchen nach einem Weibchen. Außerhalb dieser kurzen, aktiven Phase verbringen sie den größten Teil ihres Lebens unter der Erde.

Schäden durch Gartenlaubkäfer
Die größten Schäden verursachen die Engerlinge des Gartenlaubkäfers. Sie leben im Boden und ernähren sich von den Graswurzeln. Dadurch werden die Wurzeln geschädigt und der Rasen kann Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen. Das Gras wird zunächst gelblich und später braun. Bei starkem Befall entstehen kahle Stellen und die Grasnarbe lässt sich oft leicht vom Boden abheben. Darunter sind häufig die weißen Engerlinge zu finden.
Zusätzliche Schäden können durch Vögel und andere Tiere entstehen, die im Boden nach den Engerlingen suchen. Beim Picken und Wühlen beschädigen sie die Grasnarbe und können bereits betroffene Rasenflächen weiter aufwühlen. Besonders häufig sind Rasenflächen in Gärten sowie auf Golfplätzen und Sportanlagen betroffen.
Auch ausgewachsene Gartenlaubkäfer können Pflanzen schädigen. Während ihrer Flugzeit treten sie teilweise in großer Zahl auf und ernähren sich von Blüten, Früchten und Blättern. Du findest sie unter anderem an Rosen, Erdbeeren, Kirschen und Äpfeln sowie an Eichen, Haselnusssträuchern und Birken.
Möchtest du mehr über die Bekämpfung erfahren? In unserem Ratgeber zeigen wir dir, wie du Engerlinge erkennen und bekämpfen kannst.
Lebenszyklus des Gartenlaubkäfers
Der Gartenlaubkäfer durchläuft vier Entwicklungsstadien: Ei, Larve, Puppe und ausgewachsener Käfer. Im Mai oder Juni legt das Weibchen seine Eier im Boden ab, insgesamt etwa 20 bis 40 Eier. Rund drei Viertel der Eier werden direkt abgelegt. Anschließend fliegen die Weibchen weiter, um die restlichen Eier an anderen Stellen abzulegen. Dadurch kann sich die Art schnell verbreiten.
Nach einigen Wochen schlüpfen die Larven, die auch als Engerlinge bezeichnet werden. Sie leben unter der Erde und ernähren sich von den Wurzeln von Gräsern und Pflanzen. Dadurch können erhebliche Schäden an Rasenflächen und Beeten entstehen. Die Larven bleiben in der Regel den ganzen Sommer über im Boden und entwickeln sich später im Jahr weiter.
Der Gartenlaubkäfer hat einen einjährigen Entwicklungszyklus. Das bedeutet, dass er seine gesamte Entwicklung vom Ei bis zum ausgewachsenen Käfer innerhalb eines Jahres durchläuft. Er überwintert im Boden und kommt im darauffolgenden Frühjahr als ausgewachsener Käfer zum Vorschein.
Die Männchen leben etwa drei Wochen und ernähren sich von Blättern, Früchten und Blütenknospen. Die Weibchen kommen vor allem zur Paarung und Eiablage an die Oberfläche. Danach beginnt der Zyklus von Neuem.
Gartenlaubkäfer biologisch bekämpfen
Auch wenn ausgewachsene Gartenlaubkäfer gelegentlich Schäden an Blättern und Blüten verursachen, richten vor allem die Larven größere Schäden an. Diese Larven, besser bekannt als Engerlinge, leben im Boden und ernähren sich von den Wurzeln von Gräsern und Pflanzen. Dadurch können kahle Stellen im Rasen entstehen und Pflanzen geschwächt werden.
Eine wirksame und umweltfreundliche Methode zur Bekämpfung von Engerlingen ist der Einsatz von Nematoden, auch Fadenwürmer genannt. Diese mikroskopisch kleinen Bodenorganismen dringen in die Larven ein und bekämpfen sie von innen. Für Pflanzen, Menschen und Haustiere sind sie unbedenklich und eignen sich daher ideal für eine natürliche Schädlingsbekämpfung im Garten.
Probleme mit kahlen Stellen in deinem Rasen? Höchstwahrscheinlich sind Engerlinge die Übeltäter.
Mehr lesenGartenlaubkäfer vorbeugen
Ausgewachsene Gartenlaubkäfer sind nur wenige Wochen aktiv, meist im Mai und Juni. In manchen Jahren sind sie besonders häufig zu sehen, während sie in anderen Jahren kaum auftreten. Das kann an Temperaturschwankungen oder lokalen Bedingungen liegen, nicht jedoch an einem mehrjährigen Entwicklungszyklus. Im Gegensatz zu Mai und Junikäfern hat der Gartenlaubkäfer einen einjährigen Lebenszyklus.
Um einem starken Befall vorzubeugen, kannst du den Boden im Frühjahr mit natürlichen Gegenspielern wie Nematoden behandeln. So bekämpfst du die Larven, bevor sie sich zu ausgewachsenen Käfern entwickeln.
Möchtest du Gartenlaubkäfer in deinem Garten möglichst fernhalten? Dann können einige einfache Maßnahmen helfen:
- Kontrolliere deinen Rasen regelmäßig: Achte besonders im Sommer auf gelbe oder braune Stellen. Wenn sich die Grasnarbe leicht anheben lässt, können Engerlinge die Ursache sein.
- Bekämpfe Engerlinge frühzeitig: Junge Engerlinge lassen sich mit Nematoden besonders gut bekämpfen. So reduzierst du die Zahl der Larven, die sich später zu ausgewachsenen Gartenlaubkäfern entwickeln.
- Halte deinen Rasen gesund: Ein dichter und gut gepflegter Rasen kann Schäden besser verkraften und erholt sich schneller von Wurzelfraß.
Indem du die Larven im Boden bekämpfst und gleichzeitig dafür sorgst, dass ausgewachsene Käfer möglichst wenig angelockt werden, kannst du Schäden in deinem Garten auf natürliche und wirksame Weise reduzieren.
Häufig gestellte Fragen zum Gartenlaubkäfer
Die Larven des Gartenlaubkäfers leben im Boden und ernähren sich hauptsächlich von den Wurzeln von Gräsern und Pflanzen. Ausgewachsene Gartenlaubkäfer fressen Blätter, Blüten und Knospen verschiedener Pflanzen wie Rosen, Flieder und Weinreben.
Nein, Gartenlaubkäfer beißen nicht und sind für Menschen ungefährlich. Ihre Mundwerkzeuge sind nicht dazu geeignet, Menschen oder Tiere zu beißen.
Gartenlaubkäfer können zwar lästig sein, spielen aber eine wichtige Rolle in der Natur. Sie dienen Vögeln, Igeln und anderen Tieren als Nahrung. Solange sie keine Schäden verursachen, ist eine Bekämpfung nicht notwendig. Indem du natürliche Fressfeinde mit Nistmöglichkeiten und Nahrung in deinen Garten lockst, kannst du das natürliche Gleichgewicht fördern.
ist die Larve eines Käfers aus der Familie der Blatthornkäfer. Besonders bekannt sind die Engerlinge des Maikäfers, aber auch die Larven des Gartenlaubkäfers und anderer Käferarten werden als Engerlinge bezeichnet.
Am besten bekämpfst du nicht die ausgewachsenen Gartenlaubkäfer, sondern ihre Larven im Boden. Die Engerlinge lassen sich besonders gut bekämpfen, solange sie noch jung und klein sind. Der richtige Zeitpunkt hängt dabei auch von der Bodentemperatur und den eingesetzten Nematoden ab.
Gegen die Engerlinge des Gartenlaubkäfers eignen sich Nematoden gegen Engerlinge (Heterorhabditis bacteriophora). Sie dringen in die Larven im Boden ein und bekämpfen sie von innen. Für Pflanzen, Menschen und Haustiere sind diese Nematoden unbedenklich.
Die Engerlinge des Gartenlaubkäfers sind weißlich, haben einen braunen Kopf und einen typisch gekrümmten Körper. Du findest sie im Boden direkt unter der Grasnarbe, wo sie sich von den Graswurzeln ernähren. Bei einem starken Befall wird der Rasen gelb oder braun und lässt sich stellenweise leicht vom Boden abheben.



