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Entdeckst du plötzlich Löcher in den Blättern deiner Rosen, Geranien oder Beerensträucher? Dann hast du es wahrscheinlich mit Blattwespen (Symphyta) zu tun, die auch als Sägewespen bezeichnet werden. Während die ausgewachsenen Blattwespen kaum auffallen, können ihre Larven große Schäden anrichten. Innerhalb weniger Tage können sie eine gesunde Pflanze vollständig kahl fressen. Zum Glück musst du nicht zu chemischen Mitteln greifen, um deinen Garten zu schützen. Mit Nematoden bekämpfst du diese Schädlinge zu 100 % natürlich und effektiv.

Was ist eine Blattwespe?

Der Name Blattwespe kann etwas irreführend sein. Obwohl das Insekt mit den bekannten „echten“ Wespen verwandt ist, gehören Blattwespen zur Gruppe der Sägewespen (Symphyta). Eine Blattwespe besitzt keine schmale „Wespentaille“. Brust und Hinterleib gehen breit ineinander über. Außerdem können Blattwespen ihre Flügel nicht zusammenfalten. In Ruhestellung liegen diese flach auf dem Rücken.

Es gibt Hunderte verschiedene Arten. Einige fallen durch ihre Färbung auf, beispielsweise grüne Blattwespen oder gelb schwarz gefärbte Arten, die mit ihrer auffälligen Färbung Fressfeinde abschrecken. Ausgewachsene Blattwespen leben häufig nur wenige Wochen und richten an deinen Pflanzen in der Regel keinen Schaden an.

Lebenszyklus der Blattwespe: vom Ei zur Larve

Der Lebenszyklus der Blattwespe erklärt, warum Schäden häufig so plötzlich auftreten. Im Frühjahr schneiden die Weibchen mit ihrem sägeförmigen Legebohrer kleine Schlitze in die Blätter deiner Pflanzen und legen dort ihre Eier ab.

Sobald die Eier schlüpfen, kommen die Blattwespenlarven zum Vorschein. Wegen ihres Aussehens werden diese Schädlinge häufig für Raupen gehalten. Biologisch gesehen handelt es sich jedoch nicht um echte Raupen, sondern um sogenannte Afterraupen. Nachdem sich die Blattwespenlarven satt gefressen haben, kriechen sie meist in den Boden oder spinnen einen Kokon an der Pflanze, um sich zu verpuppen.

Raupe oder Blattwespenlarve? So erkennst du den Unterschied:

Da Blattwespenlarven Schmetterlingsraupen zum Verwechseln ähnlich sehen, werden sie im Garten häufig miteinander verwechselt. Es ist jedoch wichtig, den Unterschied zu kennen, denn eine biologische Bekämpfung funktioniert am besten, wenn du weißt, mit welchem Schädling du es zu tun hast. An drei Merkmalen kannst du sie gut unterscheiden:

  • Achte auf das Verhalten bei Gefahr: Kommst du mit deiner Hand näher, nimmt eine Blattwespenlarve bei Gefahr oder Störung häufig eine charakteristische S Form an oder lässt sich direkt vom Blatt auf den Boden fallen. Eine gewöhnliche Raupe bleibt bei Gefahr eher regungslos sitzen oder kriecht langsam davon.
  • Zähle die Bauchfüße: Schau dir die Unterseite des Hinterleibs genau an. Eine echte Schmetterlingsraupe hat höchstens 5 Paar Bauchfüße. Hat das Tier 6 bis 8 Paar Bauchfüße, handelt es sich um die Larve einer Blattwespe, eine sogenannte Afterraupe.
  • Achte auf Kopf und Augen: Die Blattwespenlarve hat einen auffällig runden, häufig glänzenden Kopf mit zwei deutlich sichtbaren schwarzen Augen, eines auf jeder Seite. Eine Schmetterlingsraupe besitzt dagegen auf jeder Seite des Kopfes mehrere sehr kleine, kaum sichtbare Punktaugen.

Vermutest du, dass du es mit einer anderen Raupenart zu tun hast? Dann sieh dir unsere Seiten zur Raupenbekämpfung an, zum Beispiel zu Eichenprozessionsspinnern, Kiefernprozessionsspinnern, Buchsbaumzünslern, Gespinstmotten und Erdraupen, und vergleiche die Schädlinge.

Blattwespenlarven auf einem Pflanzenblatt erkennen
Blattwespenlarven auf einem Pflanzenblatt
Wusstest du, dass …
  • 🪚 Weibliche Blattwespen eine winzige „Säge“ besitzen? Damit schneiden sie kleine Schlitze in Blätter und legen dort geschützt ihre Eier ab. Daher kommt auch der Name Sägewespe.
  • ✈️ Blattwespen eher unbeholfene Flieger sind? Sie fliegen meist nur kurze Strecken und bewegen sich deutlich weniger geschickt als echte Wespen.
  • 🤢 Blattwespenlarven sich gegen Fressfeinde verteidigen können? Einige Arten sondern bei Gefahr eine unangenehme Flüssigkeit ab, die Vögel und andere Fressfeinde abschrecken kann.
  • 😴 Blattwespen den Winter häufig im Boden verbringen? Viele Arten überwintern dort als Larve oder Puppe und kommen erst im Frühjahr wieder zum Vorschein.

Ist die Blattwespe schädlich und welche Pflanzen sind gefährdet?

Wenn du Fraßschäden entdeckst, möchtest du natürlich wissen, wie schädlich ein Befall ist. Blattwespenschäden zeigen sich zunächst durch kleine Löcher in den Blättern. Schon bald fressen die Larven das Blattgewebe zwischen den Blattadern ab. Dabei wird das Blatt regelrecht „skelettiert“. Die Pflanze wird dadurch geschwächt, hat weniger Energie zur Verfügung und kann aufhören zu blühen.

Einige Blattwespenarten sind sehr wählerisch und befallen nur bestimmte Pflanzen. Im Ziergarten findet man beispielsweise Blattwespen an Akeleien, Geranien und Salomonssiegeln. Auch Rosen werden häufig von Blattwespenlarven befallen.

Im Obstgarten solltest du besonders bei Weißdorn, Apfelbäumen, Himbeeren und Stachelbeeren aufmerksam sein. Innerhalb kurzer Zeit können die Larven große Teile der Blätter rund um junge Früchte abfressen.

Biologische Bekämpfung von Blattwespen mit Nematoden

Hast du Blattwespenlarven auf deinen Pflanzen entdeckt? Dann solltest du handeln. Eine besonders effektive und umweltfreundliche Methode ist die Bekämpfung mit Nematoden gegen Blattwespen. Diese mikroskopisch kleinen Nützlinge dringen in die Larven ein. Innerhalb weniger Tage stellen die Larven das Fressen ein und sterben ab.

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Wichtig bei der Anwendung auf den Blättern

Im Gegensatz zu Engerlingen oder Schnakenlarven leben Blattwespenlarven auf den Blättern und nicht im Boden. Deshalb müssen die Nematoden direkt mit den Larven in Kontakt kommen. Mische die Nematoden mit Wasser und sprühe die Lösung mit einer Pflanzen oder Druckspritze direkt auf die befallenen Blätter. Achte darauf, die Larven gründlich zu benetzen. Weitere Informationen findest du in unserer Anleitung zur Anwendung von Nematoden auf Blättern.

Häufig gestellte Fragen zur Blattwespe

Was macht eine Blattwespe?

Ausgewachsene Blattwespen sind von Mai bis September unterwegs, um sich zu paaren. Sie ernähren sich unter anderem von Nektar und Pollen. Nach der Eiablage schlüpfen die Larven, die sich von den Blättern verschiedener Pflanzen ernähren.

Was tun gegen Blattwespen?

Bei einem leichten Befall kannst du die Larven von Hand absammeln. Bei einem stärkeren Befall kannst du Blattwespenlarven biologisch mit Nematoden bekämpfen. Die Nematoden werden direkt auf die befallenen Blätter gesprüht und bekämpfen die Larven auf natürliche Weise.

Kann eine Blattwespe stechen?

Nein, Blattwespen oder Sägewespen können nicht stechen. Weibchen besitzen zwar einen sägeartigen Legebohrer, dieser dient jedoch ausschließlich dazu, kleine Einschnitte für die Eiablage in Pflanzengewebe zu machen. Blattwespen besitzen keinen Giftstachel und sind für Menschen ungefährlich.

Was fressen Blattwespen?

Ausgewachsene Blattwespen ernähren sich je nach Art unter anderem von Nektar, Pollen oder Honigtau. Die Larven, auch Afterraupen genannt, sind dagegen Pflanzenfresser und können die Blätter von Rosen, Geranien und Obststräuchern bis auf die Blattadern abfressen.

Was sind die natürlichen Feinde der Blattwespe?

Blattwespen und ihre Larven haben verschiedene natürliche Feinde. Dazu gehören Vögel, Frösche sowie Nützlinge wie Laufkäfer und Schlupfwespen. Wird der Befall trotzdem zu stark, können Nematoden dabei helfen, die Blattwespenlarven auf natürliche Weise zu bekämpfen.

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen einer Blattwespenlarve und einer echten Raupe?

Eine Blattwespenlarve, auch Afterraupe genannt, erkennst du unter anderem an ihren Beinen. Sie besitzt meist 6 bis 8 Paar Bauchfüße, während eine Schmetterlingsraupe höchstens 5 Paar hat. Blattwespenlarven haben außerdem einen rundlichen Kopf mit deutlich sichtbaren Augen und nehmen bei Gefahr häufig eine charakteristische S Form an.