Nichts ist ärgerlicher als eine Wolke kleiner weißer Fliegen, die aufsteigt, sobald du deine Pflanzen berührst. Die weiße Fliege ist ein hartnäckiger Schädling, der sowohl im Gewächshaus, im Gemüsegarten als auch bei Zimmerpflanzen große Schäden verursachen kann. Doch wie kannst du die weiße Fliege effektiv bekämpfen? In diesem Ratgeber erfährst du, wie du die weiße Fliege erkennst, wie ihr Lebenszyklus aussieht und wie du diesen Schädling biologisch und nachhaltig in den Griff bekommst.
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Auf dieser Seite
- Was ist die weiße Fliege?
- Der Lebenszyklus der weißen Fliege
- Schäden durch die weiße Fliege erkennen
- Ist die weiße Fliege schädlich für den Menschen?
- Die weiße Fliege biologisch bekämpfen
- Weitere biologische Bekämpfung: die Schlupfwespe
- Die weiße Fliege mit Hausmitteln bekämpfen
- Die weiße Fliege je nach Pflanzenart bekämpfen
- Prävention: der weißen Fliege vorbeugen
Was ist die weiße Fliege?
Die weiße Fliege, wissenschaftlich bekannt als Trialeurodes vaporariorum auch als Gewächshausmottenschildlaus bezeichnet, ist trotz ihres Namens keine echte Fliege. Es handelt sich um ein Insekt, das eng mit Blattläusen verwandt ist. Die kleinen weißen Insekten sind etwa 1 bis 3 mm groß und halten sich meist auf der Unterseite der Blätter auf, wo sie Pflanzensäfte saugen.
Obwohl die Gewächshausmottenschildlaus die häufigste Art ist, tritt auch die Tabakmottenschildlaus zunehmend häufiger auf. Beide Arten können erhebliche Schäden an Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Erdbeeren sowie an Kohlarten oder Heckenpflanzen verursachen. Bist du unsicher, ob es sich wirklich um die weiße Fliege handelt? Es gibt mehrere Insekten, die ihr ähnlich sehen. In unserem Blog über weiße Insekten an Pflanzen erklären wir dir die Unterschiede übersichtlich.

Der Lebenszyklus der weißen Fliege
Um die weiße Fliege effektiv zu bekämpfen, ist es entscheidend, ihren Lebenszyklus zu verstehen. Die Population kann sich nämlich sehr schnell vermehren, besonders bei warmen Temperaturen im Gewächshaus oder in Innenräumen. Der Lebenszyklus der weißen Fliege besteht aus vier Stadien:
- Eier der weißen Fliege: Das Weibchen legt ihre Eier in einem kreisförmigen Muster auf der Unterseite junger Blätter ab. Die Eier sind mikroskopisch klein und gelblich-grün gefärbt.
- Larven der weißen Fliege: Nach dem Schlüpfen bewegen sich die Larven auch als Crawler bezeichnet kurz über das Blatt, um eine geeignete Stelle zu finden. Dort setzen sie sich fest und beginnen, Pflanzensaft zu saugen.
- Puppenstadium: Nach mehreren Häutungen entwickelt sich die Larve zu einer unbeweglichen Puppe. In diesem Stadium ist die weiße Fliege mit herkömmlichen Mitteln oft schwerer zu bekämpfen.
- Adulte weiße Fliege: Aus der Puppe schlüpft die geflügelte weiße Fliege, die sofort nach einem Partner sucht, um den Zyklus erneut zu beginnen.
Wusstest du schon?
Bei einer Temperatur von etwa 21 °C kann sich der komplette Lebenszyklus vom Ei bis zur erwachsenen weißen Fliege in weniger als drei Wochen vollziehen. Schnelles Handeln ist daher entscheidend.
Schäden durch die weiße Fliege erkennen
Die Schäden, die die weiße Fliege verursacht, sind oft doppelt: direkt durch das Saugen an der Pflanze und indirekt durch die Stoffe, die sie hinterlässt.
- Wachstumshemmung: Da sowohl Larven als auch adulte weiße Fliegen Pflanzensäfte aus den Blättern saugen, wird die Pflanze geschwächt. Das führt zu gelben Flecken auf den Blättern und einem insgesamt verlangsamten Wachstum.
- Honigtau und Rußtau: Weiße Fliegen scheiden eine klebrige Substanz aus, den sogenannten Honigtau. Dieser verschmutzt Blätter und Früchte und bildet eine ideale Grundlage für den Rußtaupilz. Der schwarze Belag blockiert das Sonnenlicht, sodass die Pflanze weniger Photosynthese betreiben kann.
- Übertragung von Pflanzenviren: Die weiße Fliege ist dafür bekannt, schädliche Pflanzenviren von einer Pflanze auf die andere zu übertragen. Diese Virusinfektionen können für das betroffene Gewächs oft verheerend oder sogar tödlich sein.
Möchtest du eine detaillierte Übersicht der Schadenssymptome sehen? Dann wirf einen Blick in unseren Wissensbereich: Woran erkennst du die weiße Fliege?
Ist die weiße Fliege schädlich für den Menschen?
Eine häufige Frage ist, ob die weiße Fliege für den Menschen schädlich ist. Die kurze Antwort lautet: nein. Weiße Fliegen beißen nicht und übertragen keine Krankheiten auf Menschen oder Haustiere. Sie stellen ausschließlich eine Gefahr für deine Pflanzen und deine Ernte dar.
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Die weiße Fliege biologisch bekämpfen
Bei Nematodenshop setzen wir auf eine Methode, die die Natur respektiert. Unser Ansatz zielt darauf ab, adulte weiße Fliegen und Larven gleichzeitig zu bekämpfen – denn nur so lässt sich der Befall nachhaltig eindämmen.
1. Adulte weiße Fliegen mit Gelbtafeln fangen
Beginne sofort damit, die Ursache des Problems zu reduzieren. Weiße Fliegen werden stark von der Farbe Gelb angezogen. Unsere Gelbtafeln sind beidseitig mit einem besonders starken Klebstoff beschichtet.
- Anwendung: Hänge die Gelbtafeln direkt über oder zwischen die Pflanzen. Die erwachsenen weißen Fliegen bleiben daran haften und können keine neuen Eier mehr ablegen.
2. Larven mit Nematoden bekämpfen (Steinernema feltiae)
Unsere Nematoden gegen die weiße Fliege haben sich in der Praxis als besonders wirksam gegen die Larven erwiesen. Die Nematoden dringen in die Larven der weißen Fliege ein, woraufhin diese innerhalb weniger Tage absterben.
- Die Blattmethode: Im Gegensatz zu vielen anderen Schädlingen werden Nematoden gegen die weiße Fliege direkt auf die Blätter gesprüht. Wende sie am besten abends an, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist und die Sonne nicht mehr scheint. So verhinderst du, dass die Nematoden austrocknen, und erzielst die beste Wirkung.
Der Ecosprayer – entscheidend für den Erfolg
Da sich weiße Fliegen überwiegend auf der Unterseite der Blätter aufhalten, ist eine gleichmäßige und feine Vernebelung besonders wichtig. Mit dem Ecosprayer bringst du die Nematoden mühelos auf großen Flächen oder im Gemüsegarten aus. Der Sprayer sorgt dabei automatisch für das richtige Mischverhältnis, sodass die Anwendung einfach und zuverlässig ist.
Tipp: Wähle das Kombi-Set gegen die weiße Fliege, um sowohl Gelbtafeln als auch Nematoden direkt zur Hand zu haben und sofort mit der Bekämpfung zu starten.
Gelbtafeln + Nematoden. Das komplette Paket, um Weiße fliege loszuwerden.
Mehr lesenWeitere biologische Bekämpfung: die Schlupfwespe
Für ein vollständiges Bild erwähnen wir auch die Schlupfwespe (Encarsia formosa). Dieser natürliche Nützling legt seine Eier in die Larven der weißen Fliege, wodurch diese absterben. Obwohl wir selbst keine Schlupfwespen anbieten, können sie in einem geschlossenen Gewächshaus eine sinnvolle Ergänzung sein.
Unsere Methode mit Nematoden und Gelbtafeln ist jedoch flexibler einsetzbar und eignet sich sowohl im Haus, im Gewächshaus als auch im Garten. Weitere natürliche Gegenspieler der weißen Fliege sind Marienkäfer und Florfliegen, die ebenfalls zur biologischen Schädlingsbekämpfung beitragen können.
Die weiße Fliege mit Hausmitteln bekämpfen
Handelt es sich um einen leichten Befall, kannst du einige Hausmittel gegen die weiße Fliege ausprobieren. Bei größeren Populationen sind diese Methoden jedoch meist weniger effektiv:
- Weiße Fliege mit Essig bekämpfen: Eine Mischung aus Wasser und einem kleinen Schuss Essig kann die Fliegen abschrecken. Achte jedoch darauf, nicht zu viel Essig zu verwenden, da dies die Blätter schädigen kann.
- Weiße Fliege mit Knoblauch bekämpfen: Koche einige Knoblauchzehen in Wasser, lasse die Mischung abkühlen und sprühe sie auf die Pflanzen. Der intensive Geruch wirkt abschreckend auf die weißen Fliegen.
- Seife und Alkohol: Ein klassisches Hausrezept. Mische 20 ml Flüssigseife und 20 ml Alkohol mit 1 Liter Wasser und sprühe die Pflanzen gründlich ein – auch die Unterseite der Blätter. Diese Behandlung musst du alle paar Tage wiederholen, da die Eier nicht abgetötet werden.
- Insektizidseife oder Neemöl: Mit Insektizidseife oder Neemöl kannst du weiße Fliegen direkt bekämpfen. Diese Mittel sind pflanzenverträglich und in der Regel ungefährlich für andere Insekten und Tiere. Sprühe die Lösung sorgfältig auf alle befallenen Pflanzenteile, insbesondere auf die Blattunterseiten, und wiederhole die Anwendung alle paar Tage, bis der Befall zurückgegangen ist.
Die weiße Fliege je nach Pflanzenart bekämpfen
Obwohl die weiße Fliege viele Pflanzen befällt, verhält sich der Schädling je nach Umgebung und Pflanzenart unterschiedlich. Auf einem Kohl im Freiland entwickelt sich der Befall anders als auf Tomaten im warmen Gewächshaus. Standort und Kultur bestimmen, wie schnell sich die weiße Fliege vermehrt und wo sich die Larven verstecken. Um die Bekämpfung möglichst effektiv zu gestalten, solltest du deine Methode an die jeweilige Pflanze anpassen. So gehst du bei ausgewählten Pflanzenarten vor:
- Weiße Fliege an Grünkohl und anderen Kohlarten: Die Kohlmottenschildlaus ist besonders hartnäckig. Entferne zunächst die unteren, stark befallenen Blätter. Setze anschließend den Ecosprayer mit Nematoden ein, um auch tief in den Pflanzenbestand und unter die Blätter zu gelangen.
- Weiße Fliege an Tomaten und Erdbeeren: Im Gewächshaus ist gute Belüftung besonders wichtig. Bringe Gelbtafeln am besten direkt beim Pflanzen an, um einen frühen Befall zu erkennen und einzudämmen.
- Weiße Fliege an der Buchenhecke: Da eine Hecke eine große Fläche umfasst, ist der Ecosprayer hier nahezu unverzichtbar. Behandle die Hecke in den Abendstunden mit Nematoden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
- Weiße Fliege an Cannabispflanzen: Da du bei diesen Pflanzen besser auf Seife oder Alkohol verzichtest sie können Geschmack und Qualität beeinträchtigen ist die biologische Bekämpfung mit Nematoden die sauberste und sicherste Lösung.
Prävention: der weißen Fliege vorbeugen
Einen Befall der weißen Fliege zu bekämpfen ist wirksam, doch ihn von vornherein zu verhindern ist für dich und deine Pflanzen natürlich noch besser. Indem du deinen Garten oder dein Gewächshaus weniger attraktiv für diese Schädlinge machst und die natürliche Widerstandskraft deiner Pflanzen stärkst, sparst du dir viel Zeit und Aufwand.
- Nicandra (Zegekruid) gegen die weiße Fliege: Pflanze Nicandra physalodes in deinem Garten. Der Geruch dieser Pflanze wirkt als natürliche Abwehr gegen weiße Fliegen.
- Gute Belüftung: Sorge für eine ausreichende Luftzirkulation im Gewächshaus oder in Wohnräumen. Weiße Fliegen bevorzugen warme, stehende Luft.
- Regelmäßig kontrollieren: Hänge dauerhaft einige Gelbtafeln auf. So erkennst du einen beginnenden Befall frühzeitig, bevor er zum Problem wird.
Häufig gestellte Fragen zur weißen Fliege
Die effektivste Methode, um die weiße Fliege loszuwerden, ist ein zweistufiger Ansatz: Fange die adulten weißen Fliegen mit Gelbtafeln ab und bekämpfe die Larven direkt auf den Blättern mit biologischen Nematoden. Indem du beide Entwicklungsstadien gleichzeitig angehst, unterbrichst du den Lebenszyklus und stoppst den Befall dauerhaft.
Auch wenn es kein „Medikament“ im medizinischen Sinne gibt, ist die biologische Bekämpfung das beste „Mittel“ gegen weiße Fliegen. Statt chemischer Pflanzenschutzmittel, die schnell zu Resistenzen führen können, setzt du auf natürliche Gegenspieler wie Nematoden (Steinernema feltiae) in Kombination mit mechanischen Maßnahmen wie Gelbtafeln. So bekämpfst du die weiße Fliege effektiv und umweltschonend.
Weiße Fliegen mögen Kälte, Zugluft also eine gute Belüftung und intensive Gerüche wie die von Knoblauch oder Nicandra (Zegekraut) nicht. Außerdem können sie sich nicht halten, wenn sie von natürlichen Gegenspielern wie Nematoden oder Schlupfwespen bekämpft werden.
Für den Menschen ist die weiße Fliege völlig ungefährlich sie beißt nicht und überträgt keine Krankheiten. Für Pflanzen ist sie jedoch sehr schädlich: Sie verursacht Wachstumsstörungen, verschmutzt die Pflanze mit klebrigem Honigtau der zur Bildung von schwarzem Rußtaupilz führt und kann zudem gefährliche Pflanzenviren übertragen.
Wenn du Essig verwenden möchtest, greife am besten zu normalem Haushaltsessig. Mische einen kleinen Schuss Essig mit Wasser in einer Sprühflasche. Beachte jedoch: Essig ist ein aggressives Mittel und kann die schützende Blattoberfläche beschädigen. Verwende ihn daher nur sparsam und niemals bei direkter Sonneneinstrahlung.
Eine erwachsene weiße Fliege lebt durchschnittlich 2 bis 4 Wochen. In dieser kurzen Zeit kann ein Weibchen jedoch bis zu 200 Eier legen. Dadurch kann sich eine kleine Anzahl weißer Fliegen innerhalb kürzester Zeit zu einem massiven Befall entwickeln.
Weiße Fliegen entstehen aus Eiern, die von adulten weißen Fliegen auf der Unterseite der Blätter abgelegt werden. Häufig gelangen sie durch Wind in deinen Garten oder dein Gewächshaus. Auch neue Pflanzen aus dem Gartencenter können unbemerkt Eier oder Larven mitbringen und so einen Befall auslösen.
Weiße Fliegen an Tomaten beugst du vor, indem du für eine gute Luftzirkulation sorgst zum Beispiel durch ausreichenden Pflanzabstand und regelmäßiges Lüften des Gewächshauses. Zusätzlich hilft es, vorbeugend Gelbtafeln aufzuhängen. Auch stark duftende Pflanzen wie Basilikum oder Tagetes neben deinen Tomaten können weiße Fliegen fernhalten.



