Hast du plötzlich überall Kellerasseln im Haus oder fressen sie die jungen Pflanzen in deinem Garten? Auch wenn die Kellerassel (wissenschaftlich bekannt als Porcellio scaber) in der Natur als nützlicher Abfallbeseitiger gilt, möchtest du sie lieber nicht als ungebetenen Gast in deinem Wohnzimmer oder Gewächshaus haben. Zum Glück kannst du Kellerasseln ganz einfach selbst bekämpfen und ihnen vorbeugen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du dabei am besten vorgehst, sowohl im Haus als auch draußen im Garten.
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Auf dieser Seite
- Was sind Kellerasseln eigentlich?
- Wo kommen Kellerasseln häufig vor und wie leben sie?
- Der Lebenszyklus der Kellerassel
- Sind Kellerasseln gefährlich?
- Kellerasseln in der Wohnung – was ist die Ursache?
- Kellerasseln loswerden – mit einfachen Hausmitteln
- Kellerasseln im Garten bekämpfen
- Biologische Bekämpfung mit Nematoden
- Tipps zur Vorbeugung gegen Kellerasseln
- Häufige Fragen zu Kellerasseln
Was sind Kellerasseln eigentlich?
Wusstest du, dass die Kellerassel (auch Kellerkrebs genannt) eigentlich kein Insekt ist? Sie gehört zu den Landasseln, das heißt, sie ist ein Krebstier. Ihre Vorfahren lebten im Meer und sie atmen noch immer durch Kiemen. Deshalb brauchen sie immer eine feuchte Umgebung, um überleben zu können.
In der Natur sind sie echte Helden. Sie fressen abgestorbenes organisches Material und räumen deinen Garten auf. Sogar für einen gesunden Boden leisten sie einen wichtigen Beitrag. Willst du genau wissen, warum diese Tiere so wichtig für das Ökosystem sind? Dann lies unseren Artikel: Sind Kellerasseln nützlich?

Wo kommen Kellerasseln häufig vor und wie leben sie?
Kellerasseln sind wahre Versteckkünstler. Du findest sie meistens unter Blumentöpfen, Steinen, verrottetem Holz oder im Komposthaufen. Dort ist es dunkel, kühl und feucht – genau so, wie sie es mögen.
Der Lebenszyklus der Kellerassel
Die Fortpflanzung der Kellerasseln ist etwas Besonderes. Anders als viele Insekten legen sie ihre Eier nicht direkt in die Erde. Stattdessen trägt das Weibchen die Eier in einem flüssigkeitsgefüllten Brutbeutel, dem sogenannten Marsupium.
- Eier: Nach der Befruchtung bleiben die Eier für einige Wochen geschützt im Beutel.
- Nymphen: Die jungen Kellerasseln, die aus dem Beutel schlüpfen, sind weiß und haben erst sechs Beinpaare.
- Häutung: Während sie wachsen, häuten sich Kellerasseln regelmäßig in zwei Phasen. Nach der ersten Häutung bekommen sie ihr siebtes Beinpaar – insgesamt also 14 Beine.
- Erwachsen: Eine Kellerassel kann zwei bis drei Jahre alt werden, solange die Umgebung feucht genug bleibt.
Sind Kellerasseln gefährlich?
Nein, Kellerasseln sind für Menschen völlig harmlos. Sie beißen nicht, stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Trotzdem ist ihr Anblick unangenehm – besonders, wenn du viele tote Kellerasseln im Haus findest.
Kellerasseln in der Wohnung – was ist die Ursache?
Kellerasseln im Haus zu entdecken, ist oft ein Schreckmoment. Doch eigentlich ist es ein wichtiges Warnsignal deines Wohnraums. Da Kellerasseln durch Kiemen atmen, können sie nur in einer sehr feuchten Umgebung überleben. Die Hauptursache für Kellerasseln in der Wohnung ist deshalb fast immer eine zu hohe Luftfeuchtigkeit.
Wenn die Außenluft zu trocken wird oder ihre natürlichen Verstecke gestört werden, machen sie sich auf die Suche nach einem Ort mit besseren Bedingungen. Sie gelangen durch Spalten an Fenstern, Lüftungsschlitze oder kleine Risse in der Wand ins Haus. Drinnen siedeln sie sich dort an, wo sich Feuchtigkeit sammelt, zum Beispiel:
- Im Kriechkeller oder Keller – die häufigste Ursache
- Im Badezimmer oder in der Küche – wo sich Kondenswasser bildet oder kleine Lecks auftreten
- Hinter Fußleisten und in Wänden – dort sorgt aufsteigende Feuchtigkeit für ein ideales Klima
Findest du viele tote Kellerasseln in deiner Wohnung? Das ist eigentlich ein gutes Zeichen für dein Zuhause. Es bedeutet, dass die Luft dort zu trocken für sie ist und sie daran sterben. Dennoch ist klar, dass du keine Kellerasseln im Haus haben willst. Lies deshalb weiter, wenn du wissen möchtest, wie du Kellerasseln effektiv bekämpfen kannst.
Kellerasseln loswerden – mit einfachen Hausmitteln
Hast du mit einer Kellerasselplage zu kämpfen, möchtest aber nicht sofort zu starken chemischen Mitteln greifen? Es gibt verschiedene einfache Methoden, mit denen du die Anzahl der Kellerasseln im Haus schnell reduzieren kannst. Auch wenn Hausmittel die Ursache nicht vollständig beseitigen, sind sie sehr hilfreich, um die Tiere direkt zu vertreiben oder auf eine tierfreundliche Weise umzusiedeln.
Das Geheimnis erfolgreicher Hausmittel liegt darin, zu verstehen, was Kellerasseln brauchen: Feuchtigkeit und bestimmte Nahrungsquellen. Wenn du gezielt eine Falle baust, kannst du sie ganz einfach einsammeln und draußen im Garten wieder freilassen – wo sie nützliche Arbeit leisten. Hier sind die effektivsten Methoden für dich zusammengestellt:
Die Kartoffel-Methode
Diese Methode ist besonders bewährt. Höhle eine große Kartoffel aus und schneide unten eine kleine Öffnung hinein. Lege die Kartoffel an eine feuchte Stelle, an der du Kellerasseln gesehen hast. Die Tiere lieben die Stärke und die feuchte Umgebung. Am nächsten Morgen wirst du sehen, dass sich viele Kellerasseln darin versteckt haben. Du kannst die Kartoffel einfach draußen im Garten ausleeren – möglichst weit weg vom Haus.
Kellerasseln mit Essig bekämpfen
Essig ist ein starkes Mittel, das auch bei Kellerasseln hilft. Die Tiere haben einen sehr empfindlichen Geruchssinn und meiden den hohen Säuregehalt. Mische Haushaltsessig mit Wasser in einer Sprühflasche und sprühe die Mischung auf die Eintrittsstellen wie Ritzen und Türschwellen. Essig wirkt in diesem Fall vor allem als Barriere, die Kellerasseln davon abhält, ins Haus zu kommen.
Anlocken mit einem feuchten Tuch oder Zeitungspapier
Da Kellerasseln ständig auf der Suche nach Feuchtigkeit sind, kannst du das gezielt ausnutzen. Befeuchte eine alte Zeitung oder ein Wischtuch und lege es abends auf den Boden. Die Tiere sammeln sich darunter, um sich zu verstecken. Morgens brauchst du das Tuch oder Papier nur noch aufzuheben und draußen auszuschütteln.
Kellerasseln im Garten bekämpfen
Auch im Garten können Kellerasseln leider Probleme verursachen. Obwohl sie sich meistens von abgestorbenem Pflanzenmaterial ernähren, greifen sie bei Überpopulation manchmal auch lebende Pflanzen an – zum Beispiel Erdbeeren oder junge Keimlinge. Hast du das Gefühl, dass deine Pflanzen geschädigt werden? Dann erfährst du in unserem Artikel mehr darüber, welche Schäden Kellerasseln genau verursachen können.
Biologische Bekämpfung mit Nematoden
Die nachhaltigste Methode, um eine hartnäckige Kellerasselplage im Garten zu stoppen, ist der Einsatz von Nematoden. Diese setzt du ganz einfach mit einer speziellen Nematodenfalle aus. Die winzigen Fadenwürmer dringen in die Kellerasseln ein, die dann innerhalb weniger Tage sterben. Diese Methode ist zu 100 Prozent biologisch und sicher für Kinder und Haustiere.
Tipps zur Vorbeugung gegen Kellerasseln
- Organisches Material entfernen: Lass keine Haufen feuchter Blätter direkt an der Hauswand liegen. So schützt du deinen Garten auf natürliche und wirksame Weise.
- Gut lüften: Reduziere die Luftfeuchtigkeit im Haus, indem du Keller und Kriechkeller regelmäßig lüftest.
- Ritzen abdichten: Verhindere das Eindringen der Tiere, indem du Fugen mit Dichtmasse oder Zugluftstoppern sicherst.
Häufige Fragen zu Kellerasseln
Nein, Kellerasseln sind für Menschen völlig harmlos. Sie beißen nicht, stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Im Haus richten sie keine Schäden an Möbeln oder der Bausubstanz an. Ihre Anwesenheit ist meist ein Hinweis auf zu hohe Luftfeuchtigkeit.
Eine erwachsene Kellerassel hat genau 14 Beine, also 7 Beinpaare.
Kellerasseln atmen durch Kiemen und brauchen dauerhaft Feuchtigkeit. Gelangen sie in einen Raum mit zu trockener Luft, zum Beispiel ein beheiztes Wohnzimmer, trocknen sie aus und sterben. Tote Kellerasseln sind daher ein Zeichen dafür, dass das Raumklima dort für sie ungeeignet ist.
Nein, das ist ein hartnäckiger Mythos aus der Volksheilkunde. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass der Verzehr von Kellerasseln gegen Heuschnupfen oder Asthma hilft. Aus hygienischen Gründen raten wir dringend davon ab.
Am liebsten fressen sie abgestorbenes organisches Material wie verrottete Blätter und totes Holz. Wenn das fehlt, greifen sie manchmal junge Pflanzen oder Keimlinge an.



